Biene und Mensch

Die Bienen sind eine Insektengruppe, in der mehrere Familien der Hautflügler (Hymenoptera) zusammengefasst werden. Umgangssprachlich wird der Begriff Biene meist auf eine einzelne Art, die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) reduziert, die wegen ihrer Bedeutung als staatenbildender Honigproduzent, aber auch wegen ihrer Wehrhaftigkeit besondere Aufmerksamkeit erfährt.

Heutige Bienen sind auf Blütenpflanzen, die Bedecktsamer (Angiospermen), angewiesen, die in der Erdgeschichte in der frühen Kreidezeit auftauchten und seit der späten Kreidezeit die Nacktsamer und Gefäßsporenpflanzen verdrängten. Blütenpflanzen aus der Zeit vor etwa 110 Millionen Jahren weisen bereits Merkmale auf, die auf eine Bestäubung durch Bienen schließen lassen, der Ursprung der Bienen liegt damit wahrscheinlich schon vor Mitte der Kreidezeit. Möglicherweise waren diese Pflanzen aber schon früher verbreitet, lassen sich durch die geringeren Mengen produzierten Pollens nicht nachweisen.

Die Honigjagd ist durch Felsmalereien ab dem Übergang der Alt- zur Jungsteinzeit (Beginn des Ackerbaus) nachgewiesen. Altersangaben bewegen sich zwischen 20000 und (gesicherten) 10000 Jahren. Solche Zeugnisse finden sich in Afrika, Australien und Europa (Spanien).

Honigjäger auf etwa 8000 Jahre alter Höhlenmalerei aus den Cuevas de la Araña bei Valencia (Spanien)
Bildquelle:Utilisateur:Achillea - Drawn of a painting from the caves of Cueva de la Araña by fr:Utilisateur:Achillea converted to svg by User:Amada44, GPL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3255236

 

Die Ägypter betrieben 3000 J.v.u.Z. bereits Bienenhaltung, in China ist sie 1000 J.v.u.Z. nachgewiesen. Im europäischen Mittelalter wurden schon gezimmerte Kästen oder Weidekörbe benutzt.

Der Imker beschäftigt sich seit jeher mit der Haltung, der Vermehrung und der Züchtung von Honigbienen und der Produktion von Honig und weiterer Bienenprodukte. Wirtschaftlich heute wesentlich relevanter ist die durch den Imker als Nebenprodukt anfallende Bestäubungsleistung. Imker ist eine Wortzusammensetzung aus dem niederdeutschen Begriff Imme für „Biene“ und dem mittelniederdeutschen Wort kar für „Korb, Gefäß“.

Vom Imker zu unterscheiden ist der Zeidler, der im Mittelalter den Honig wilder Bienenvölker sammelte.

 

Der Wert der Bestäubung durch die Honigbienen!

Derzeit halten ca. 23.000 österreichische ImkerInnen  rund 300.000 Bienenvölker.
Von diesen zählen ungefähr 200 zu den ErwerbsimkerInnen.
Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass letztere zwischen 200 und 500 Bienenvölker bewirtschaften, betreuen die Freizeit,- und NebenerwerbsimkerInnen durchschnittlich 12 Bienenvölker.

Der Wert der Bestäubungsleistung der Honigbiene übersteigt um ein Vielfaches den Wert der heimischen Honigproduktion, da mehr als 80 % der heimischen Kultur- und Wildpflanzen davon betroffen sind.

Der Wert der Bestäubung ist europaweit mit 65 Milliarden Euro anzusetzen - für Österreich mit 525 Millionen Euro.

Die jährliche Honigproduktion – die v.a. auch witterungsabhängig ist - beträgt in Österreich zwischen 4.500 und 7.000 Tonnen.

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Honig liegt bei ca. 1,5 Kilogramm pro Jahr.

 

home