Wir imkern nun schon in der zweiten Generation. Mein Vater hatte lange Jahre immer Bienen gezüchtet. Er hat noch mit so genannten Hinterbehandlungsbeuten gearbeitet. Dies erfordert natürlich einige Erfahrung und ist sehr zeitaufwändig nach meiner Ansicht. Auch musste er zu Beginn mit seinen Völkern "Wandern", da die Trachtverhältnisse in Marchtrenk zu seiner Zeit nicht ausreichend war. Erst als die Bewohnerzahl in Marchtrenk mit Haus und Gärten stieg, war das Standimkern etwas interessanter geworden. In den Gärten der Marchtrenker wurden ausreichend Blumen, Sträucher und Bäume angepflanzt, sodass ausreichend Nektar für die Bienen zur Verfügung stand. Es konnte dann sogar Honig geerntet werden.

Inzwischen ist unsere Stadt sehr gewachsen, aber der Flair einer Gartenstadt ist erhalten geblieben. Somit ist auch ein Imkern mit erträglichen Honigernten möglich geworden. Auch sortenreine Honige sind mitunter bei passenden Wetterverhältnissen möglich. Beispielsweise Lindenblütenhonig kann manches Jahr sortenrein geerntet werden.

Jedoch machte ich immer einen großen Bogen um die Bienenvölker, da ich eine Allergie auf Bienengift habe. Erst als mein Vater aus gesundheitlichen Gründen mit seiner Imkerei aufhören musste und auch noch einige Imker rund um uns die Imkerei beendeten bemerkten wir den Verlust der Bienen.

Uns wurde klar, dass die Bäume und Sträucher sowie zahlreiche Gemüsesorten nicht mehr ausreichend bestäubt werden! Ein Kompromiss war für uns erforderlich, damit weiterhin die Bestäubung unserer Pflanzen ermöglicht werden konnte. Also haben wir beschlossen, ein Bienenvolk in unseren Garten aufzustellen, es sollte sich selbst überlassen werden. In der Hoffnung dass dies möglich ist haben wir also unser allererstes Bienenvolk gekauft und an sicherer Stelle in unserem Garten aufgestellt.

Dass dies in Zeiten von Globalisierung und der damit eingeschleppten Bienenschädlinge und auch der Anwendung von diversen Pflanzenschutzmittel nicht möglich ist haben wir erst später erfahren. Also mussten wir uns um das Volk kümmern, woraus eine innige und verantwortungsvolle Beziehung zu unseren Bienen geworden ist.

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