Eigener Wachskreislauf!

Bienenwachs (latein Cera Flava = gelbes Wachs) ist ein von Honigbienen abgesondertes Wachs, das von ihnen zum Bau der Bienenwaben genutzt wird.

Bienenwachs ist ein Stoffwechselprodukt der Honigbienen, das diese in ihren Körper-Wachsdrüsen erzeugen. Daraus stellen die Bienen den Wabenbau her, um in den Wabenzellen ihre Brut aufzuziehen und Pollen sowie Honig einzulagern. “Ausgeschwitztes“ Wachs ist weiß bis fast transparent und wird von den Bienen durchgekaut, um es leichter formen zu können. Jungfernwaben, die unberütet sind und noch kein Honig oder Pollen eingelagert ist, sind noch komplett weiß. Die goldgelbe Färbung entsteht erst durch die Aufnahme eines Inhaltsstoffs des Blütenpollens, das Pollenöl, das wiederum den Naturfarbstoff Carotin enthält.

Rückstandsproblematik:

Seit dem Auftauchen des Bienen- und Brutparasiten, der Varroamilbe, in Europa ab 1979 ist die Wiederverwendung von Bienenwachs im Wachskreislauf problematisch geworden. Dies liegt daran, dass viele synthetische Behandlungsmittel gegen diese Milbe fettlöslich sind und sich damit im Wachs anreichern können. Die Imker, insbesondere im deutschsprachigen Raum, haben inzwischen reagiert und verwenden vermehrt alternative Bekämpfungsmethoden. Hierbei werden beispielsweise ätherische Öle und organische Säuren (Oxalsäure) eingesetzt. Diese, oder deren Salze (Oxalate), kommen natürlich im Stoffwechsel von Mensch und Tier vor. Sie finden sich auch in Nutzpflanzen wie dem Rhabarber. Deshalb werden Rückstände von alternativen Bekämpfungsmethoden in einer geringen Konzentration als harmlos eingestuft. Auch sind diese Stoffe nicht fettlöslich und können sich damit nicht im Bienenwachs anreichern.

Wir haben von Beginn unserer Imkertätigkeit auf zugekauftes BIO – Wachs gesetzt, das natürlich erheblich teurer ist als konventionelles Wachs. Die Sicherheit, hier keine fremden Stoffe in unsere Bienenvölker einzubringen, war uns das jedoch wert!

Im Laufe der Zeit konnten wir unser eigenes Bienenwachs “ernten“ und führen es nun dem Eigenen Wachskreislauf zu. Nicht zuletzt sind auch Seuchen wie die gefürchtete Amerikanische Faulbrut im Vormarsch und die Gefahr der Ansteckung unserer Völker durch zugekauftes Bienenwachs hat uns bestärkt, nur mehr eigenes Wachs zu verwenden. Biowachs wird auch zum größten Teil importiert, das natürlich durch den Transport einen hohen CO² - Abdruck hinterlässt. Als verantwortungsvolle Imker wollen wir durch den eigenen Wachskreislauf auch hier Rechnung tragen und damit etwas für den Umweltschutz unternehmen.

Wachskreislauf:

Nach der letzten Honigernte (Honigschleudern) entfernen wir die bebrüteten und alten Waben aus den Bienenstöcken und geben die abgeschleuderten Honigwaben in den Brutraum. Die Bienen reparieren die durch das Entdeckeln der Honigwaben beschädigten Zellen und die Königin beginnt wieder mit der Eiablage in diese neuen Waben. Alle nicht benötigten Waben werden im Wachsdampfkessel einsgeschmolzen und das flüssige Wachs wird durch ein Leinen gefiltert. Abgekühlt erhalten wir dann goldgelbe Wachslaibe in bester Qualität.

Das Wachs wird anschließend in einem Sterilkessel entkeimt um etwaige Sporen oder Krankheiten abzutöten. Dabei wird das Wachs langsam auf 140 ° Celsius erhitzt und über eine Stunde auf dieser Temperatur gehalten. Das entkeimte Wachs wird wieder langsam abgekühlt, damit Verunreinigungen sich am Boden des Kessels absetzten und vom reinen Wachs getrennt werden kann.

Das reine Wachs lagert dann einige Wochen bevor es wieder erwärmt wird und in einer wassergekühlten Mittelwandgießform zu Mittelwände gegossen werden kann. Diese Mittelwände haben beidseitig vorgeprägte Zellen in der Größe einer Arbeiterinnenzelle (5,4 mm) und erleichtern den Bienen das Ausbauen der Waben. Durch vorgeprägte Mittelwände wird in den Bienenstöcken Wirrbau größtenteils verhindert.

Die Mittelwände werden in die verdrahteten Rähmchen “eingelötet“ und kommen wieder in die Bienenvölker zurück, sobald im Frühjahr die Aufwärtsentwicklung der Bienen eine Raumerweiterung erfordert. Bienenwachs das schon älter ist wird durch Bebrüten und Einlagerung von Pollen und Honig im Laufe der Jahre dunkel bis braun, ja sogar schwarz könnte es werden. Dunkles Wachs wird von uns aussortiert und nach spezieller Reinigung der Herstellung von Wachskerzen zugeführt.

Dadurch haben wir die Gewähr dass sich maximal dreijähriges Wachs in unseren Bienenvölkern befindet.

Das sind wir unseren Kunden schuldig, denn unreines Bienenwachs kann die Qualität des Honigs stark mindern!

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